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Einweihung Kriegerdenkmal 1922
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Männergesangsverein Fahnenweihe 1930
Die erste deutsche Demokratie hat keinen guten Start.
Der Versailler Friedensvertrag vom Juni 1919 lastet schwer auf dem Land: Ihm wird die alleinige Kriegsschuld zugeschrieben, es müssen ein Siebtel des Reichsgebietes und alle Kolonien abgetreten werden, das linke Rheinufer wird besetzt, 132 Milliarden Goldmark Reparationskosten werden festgelegt.

Der Friedensvertrag stößt in Deutschland auf extreme Ablehnung, rechte und linke Kräfte erstarken, ständig wechselnde Regierungen (20 in 14 Jahren), politische Morde, Putschversuche und separatistische Bestrebungen lassen die Republik nicht zur Ruhe kommen.

Um die Wirtschaft anzukurbeln, wird immer mehr Geld gedruckt, aus der Inflation wird 1923 eine Hyperinflation bis dahin nicht gekannten Ausmaßes.

Die Einstellung des Ruhrkampfes und die Einführung der Rentenmark (später Reichsmark) beenden die Inflation. Der Umtauschkurs: 1 Billion Papiermark für 1 Rentenmark. Damit sind die Ersparnisse vieler Menschen dahin, ein deutsches Trauma: Geldentwertung.

Politisch geht es aufwärts. Die Beziehungen Deutschlands zu den Siegermächten werden dank der klugen Politik des Außenministers Gustav Stresemann verbessert, die Reparationsprobleme entschärft.

Die sogenannten „Goldenen Zwanziger Jahre“ beginnen, Berlin wird zu einer Weltmetropole der Wissenschaft, der Kultur, der Unterhaltung. Aber es ist ein Tanz auf dem Vulkan. Der New Yorker Börsencrash am 24. Oktober 1929 löst eine Weltwirtschaftskrise aus. Die Zahl der Arbeitslosen steigt in Deutschland von 3 Millionen 1930 auf 6 Millionen 1932. Die Nationalsozialisten haben großen Zulauf.

Am 30. Januar 1933 ernennt Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Nach nur 14 Jahren ist die erste deutsche Demokratie zu Ende, die braune Diktatur und Deutschlands dunkelste Zeit beginnen.